Aufgrund seiner Herkunft und Entwicklung als Landrasse hat sich das Isländische Landnahmehuhn jahrhundertelang unter den harten Bedingungen der isländischen Umwelt bewährt, die es auch unter wirtschaftlichen Aspekten heute noch interessant machen.
Als robustes, instinktsicheres, sparsames und leistungsstarkes Zwiehuhn mit Legebetonung (200 Eier/Jahr, sehr lange Lebenslegeleistung) erfährt es gerade in der Extensivhaltung und Selbstversorgung steigendes Interesse.
Die große Vitalität geht mit einem Bewegungsdrang einher, dem bei der Haltung nach besten Möglichkeiten Rechnung zu tragen ist: Als sehr gut flugfähiges Huhn ist das Landnahmehuhn bspw. nicht für enge Verhältnisse oder Volierenhaltung geeignet und kann dort seine Stärken auch nicht ausspielen.
Die Haltungsbedingungen sind insofern an die Bedürfnisse dieser lauffreudigen und naturnahen Rasse anzupassen, um auch die sonstigen Rassemerkmale (Futtersucher, Instinktsicherheit, Glucken- und Hahneneigenschaften) genetisch zu sichern und für die Nachwelt zu bewahren.Als robustes, instinktsicheres, sparsames und leistungsstarkes Zwiehuhn mit Legebetonung erfährt es gerade in der Extensivhaltung und Selbstversorgung steigendes Interesse.
Optischer Rassestandard nach Vorgaben des Isländischen Erhaltungszuchtringes „Eigenda- og ræktendafélag landnámshænsna“:
Das ansprechende abwechslungsreiche Äußere des Isländischen Landnahmehuhns spricht für die genetische Vielfalt, die ihm typischerweise zu eigen ist. Die Erhaltung und Förderung dieser optischen Vielfalt, der wirtschaftlichen Aspekte des Landnahmehuhns sowie der weiteren, natürlichen Wesensmerkmale der Rasse (Brutfähigkeit, Futtersucherqualität, Charakterfestigkeit der Hähne etc.) soll oberstes Ziel jeder Zucht sein., neugieriges und freiheitsliebendes Wesen und charakterfestes, ausgeglichenes Temperament.
Allgemein ist jeder (potentielle) Züchter bei „IsLa e.V.“ ausdrücklich dazu aufgerufen, durch eine von Beginn an möglichst breite Genbasis der Zuchtherde, die weitestgehende Vermeidung von Inzucht (s.o.) sowie das Zulassen größtmöglicher optischer Varianz fernab von persönlicher Präferenz (Wir züchten nicht auf Farbschläge oder andere Optik hin!) die Isländischen Landnahmehühner in ihrer Einzigartigkeit zu bewahren. Die Haltungsbedingungen sind, soweit möglich, an die Bedürfnisse dieser lauffreudigen und naturnahen Rasse anzupassen, um auch die sonstigen Rassemerkmale (Futtersucher, Instinktsicherheit, Glucken- und Hahneneigenschaften) genetisch für die Nachwelt zu bewahren.
Die „Freiwillige Selbstverpflichtung“, die von jedem bei IsLA e.V: registrierten Züchter unterschrieben werden muss, soll diesen Grundsätzen Rechnung tragen und für Mitglieder des „IsLa e.V.“ jederzeit einzusehen sein, um Transparenz und Vertrauen in die Arbeit des Vereins zu schaffen und dadurch die Erhaltungszucht der Rasse voranzubringen.
Wissenswertes zum isländischen Siedlungshuhn
Geschichte:
Das isländische Huhn (landnámshænan) von heute ist als Nachkomme der Hühner anzusehen, die vor etwa elfhundert Jahren von den
ersten Siedlern nach Island gebracht worden sind.
In verschiedenen alten Sagen und Geschichten Islands werden Hühner
erwähnt.
So wird z.B. von Poultry-Thorir - der Geflügel züchtete und
verkaufte - erzählt.
Und in der Edda (nordische Götter- und Heldenlieder): Völuspá
(http://www.sacred-texts.com/neu/poe/poe03.htm) werden die Hähne Fjalar und
Gullinkambi genannt.
Es gibt auch einen Hinweis auf Geflügel in einer der alten
Sagas „Flóamanna Saga“.
Thorvaldur Thoroddsen schreibt 1894 über Hühner in den Distrikten Nes,
Lón und Hérað.
Im Ferðabók, geschrieben von Eggert Ólafsson und Bjarni Pálsson, die in
den Jahren 1752 bis 1757 Island bereisten, heißt es: „Hühner gibt es auf jedem
Hof im Distrikt Öræfi. Sie sind alle schwarz und deutlich kleiner als die
durchschnittlichen Hühner. Sie sind ausgezeichnete Legehennen, auch wenn sie
nie mit Mais gefüttert werden, sondern sich im Sommer von Würmern und Insekten
ernähren. Im Winter werden sie mit gehäckseltem Heu mit Milch und
aufgeschlagener Magermilch gefüttert.
Es wäre von Vorteil, wenn Menschen in
anderen Teilen Islands die Geflügelzucht betreiben würden.“
(http://en.wikipedia.org/wiki/Eggert_%C3%93lafsson)
Der große Laki-Ausbruch in den Jahren 1783 bis 1785 hatte eine äußerst zerstörerische
Wirkung auf den gesamten Viehbestand in Island: In der Veröffentlichung
Skaftáreldar 1783 bis 1785 (Laki-Ausbruch,
(http://volcano.oregonstate.edu/laki-iceland-1783)) wird beschrieben, dass
Tausende von Land- und Seevögeln an Vergiftungen durch sauren Regen und Kälte
starben. Dieser Ausbruch und die folgenden Jahre, genannt móðuharðindin,
zerstörten fast vollständig die isländische Hühnerpopulation. Nur wenige Vögel blieben
am Ende des 18. Jahrhunderts auf einigen Farmen übrig.
Es wird geschätzt, dass
die isländische Geflügelpopulation in den ersten Jahrhunderten nach der
Besiedlung im Jahr 874 etwa 20.000-30.000 Vögel betrug. Im Jahr 1919 hingegen
beschreibt der einzige schriftliche Hinweis auf die Anzahl des Geflügels im
Land noch 2.232 Hühner, zumindest in Reykjavík.
Nachdem zu Beginn des 20.Jhdts. für die Eierproduktion mit dem Import
ausländischer Rassen und Hybride begonnen worden war und diese Tiere vielmals
die alte Rasse ersetzten, war das Islandhuhn Mitte der siebziger Jahre fast
ausgestorben.
Das heutige Isländische Landnahmehuhn stammt daher von relativ
wenigen Vögeln, die in den Jahren 1974 bis 1975 von Dr. Stefán Aðalsteinsson im
ganzen Land eingesammelt wurden, ab. Stefán wählte Vögel aus, von denen er aufgrund
historischer Beschreibung und mündlicher Zeugnisse annahm, dass sie Nachkommen
der ursprünglichen altisländischen Landrasse seien.
Diese Hühner wurden in den
ersten Jahren am Agricultural Research Institute in Keldnaholt gehalten und
dann an das Agricultural College in Hvanneyri verlegt. Später wurden diese
Vögel alle auf zwei Farmen in Borgarfjörður platziert, bei Syðstu Fossar und
Steinar II.
Zum heutigen Tag gibt es keine offiziellen Aufzeichnungen über die
Anzahl isländischer Hühner in Island, aber sie wird auf etwa 3000-4000 Vögel
geschätzt. Die aktuelle Population ist im Vergleich zu anderen Rassen in Europa klein. Das Isländische Landnahmehuhn ist
daher noch immer vom Aussterben bedroht.
Besitzer und Züchter werden daher ermutigt, das
Islandhuhn zu fördern und Inzucht zu minimieren. Um einen weiteren Rückgang zu
verhindern, ist die Überwachung der Population von großer Bedeutung. (BS: Á.
Stefánsdóttir 2012)
Genetische
Einzigartigkeit:
In den
Jahren 1998 und 2000 wurde im Auftrag der FAO (Ernährungs- und
Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) das Projekt „AvianDiv“ durchgeführt.
Die FAO sammelte Proben von 52 Geflügelrassen und bewertete ihre Biodiversität
durch Mikrosatelliten-Typisierung von DNA-Pools: das Isländische Landnahmehuhn
nahm an dieser Studie teil. Es war auch Teil einer anderen Studie aus dem Jahr
2001, in der die Populationsstruktur von 30 Hühnerrassen bewertet wurde.
In
dieser Studie wurde festgestellt, dass das isländische Huhn am stärksten mit
einer nicht kultivierten Rasse aus dem Nahen Osten verwandt war, was darauf
hinweist, dass es sich bei beiden um nicht kultivierte Landrassen handelte und
dass das isländische Huhn ursprünglich aus dem Nahen Osten stammen könnte!
In einer
Studie über die isländische Landrasse, die 2011 von Ólöf Ósk Guðmundsdóttir
durchgeführt wurde, wurden Proben von 170 Hühnern gesammelt und ihre
Biodiversität durch Mikrosatelliten-Typisierung von DNA-Pools bewertet. Es
wurde festgestellt, dass das isländische Huhn relativ gut in der Biodiversität
steht. Die durchschnittliche Inzucht beträgt 12,5%, was viel niedriger ist als
bei vielen Produktionsrassen (BS. Ólöf Ósk Guðmundsdóttir 2011). Gleichwohl ist
das Ergebnis ein Aufruf dahingehend, die genetische Breite nach besten
Möglichkeiten zu bewahren und zu fördern.
In einer
Untersuchung der globalen Vielfalt und der genetischen Beiträge von
Hühnerpopulationen aus afrikanischen, asiatischen und europäischen Regionen
heißt es: das „Landnámshaena“ ist die einheimische Rasse Islands, entstanden mehr
als 2000 km entfernt vom europäischen Festland. Obwohl isoliert von anderen
nordischen Ländern, liegt ihre größte genetische Übereinstimmung im Bereich der
nordeuropäischen Hühnerpopulationen. Mehrere Berichte deuten darauf hin, dass
die isländische Landrasse möglicherweise von den altnorwegischen Jadar- und
norddeutschen Hühnerrassen abstammen könnte (Kirby & Hainkkanen 2000;
Ball-Gisch 2009; Heinrichs 2010).
Die
isländische Landrasse ist laut Genuntersuchungen darüber hinaus eng mit den
alten deutschen Rassen Bergische Schlotterkämme, Ostfriesische Möwen und den „Italian
Black“ geclustert, obwohl keine historischen Aufzeichnungen vorhanden sind, die
diese unmittelbare Beziehung erklären (C.M.Lyimo 2014).
Die Rasse
des Isländischen Landnahmehuhns ist in jedem Falle eine besondere genetische
Ressource, die erhalten werden muss.
(Quelle: haena.is)